Fake-Frachtführer (Fakefrachtführer) und andere Betrügereien
Wie kommt es überhaupt zu Stande, denken doch die meisten Verlader, sie würden eine seriöse Spedition aus der Region, einen zuverlässigen Kurierdienst oder eine moderne, Internetagentur beauftrage. Und ja, gerade in den Suchmaschinen und inzwischen vermehrt in den KI Suchen, tauchen in den Top-Ergebnissen natürlich auch immer genau solche Unternehmen auf, die eine sehr ansprechende, optisch und technisch tolle Website betreiben, und natürlich auch alle Transportdienstleistungen zum unschlagbaren Fixpreis oder sogar mit Vergleichsmöglichkeit anbieten. Nur noch schnell ein paar Daten eingeben, und schon kommt der freundliche Fahrer aus dem Imagevideo und holt meine Sendung ab. Und hier ist die Falle. Kein Kurierdienst, keine Spedition und kein Transportunternehmen kann Fahrten oder Dienstleistungen zum Festpreis anbieten, niemand hat hunderte wenn nicht tausende Fahrzeuge in jeder Region der Republik, in ganz Europa sofort verfügbar. Die meisten haben nicht einmal nur ein einziges Fahrzeug oder beschäftigen nur einen einzigen Fahrer. Es sind IT-Unternehmen, Start-Ups oder etablierte Vermittler, meist im Ausland ansässig, die einfach nichts weiter machen, als die Aufträge der Verlader direkt über diverse, teilweise sogar etwas seriöse Frachtbörsen weiterzuvermitteln.
Und hier liegt die Gefahr, denn oft ist es nicht nur eine Frachtbörse, es sin, zwei, drei Rückwärtsauktionen, und in so mancher Börse sind die tatsächlichen Subunternehmer oder selbstständigen Fahrer kaum geprüft. Das Dilemma: Die "Internetspedition" oder der große Kurierdienst, der vom Verlader in bestem Wissen bauftragt wurde, haftet nicht. Weil er gar keine Spedition ist, sondern, uns das findet man in den AGB, einfach nur Vermittler.
Der Vertrag kommt, egal wie oft weitervermittelt, mit dem Frachtführer zu Stande, dieser kommt nicht zu selten sogar mit den Originalpapieren des ursprünglich beauftragten Unternehmens, und täusch so vor, ein direkter Mitarbeiter oder Subunternehmer eben dieses zu sein. Klingt verrückt, klingt kompliziert kommt aber eben nicht so häufig vor. Und nicht alle dieser Menschen sind Fake-Frachtführer, viele sind hart arbeitende Einzelunternehmer aus Ländern des geografischen Ostens, inzwischen auch Afrikas oder sogar aus Asien, die für 1, 2 Euro Stundenlohn in ihren Fahrzeugen wohnen und durch Europa fahren. Manche aber eben auch mit krimineller Absicht.
Wie kann man so etwas verhindern? Hier geben wir Ihnen einige Verhaltensregeln und Tipps, einfache Fragen, die dafür Sorgen, nicht an Fake-Frachtführer zu geraten. Das einfachste ist natürlich immer, ein Unternehmen aus der Region zu beauftragen, eins das man lange kennt und deren Fahrer und Fahrzeuge bekannt sind, wenn das nicht klappt, dann sollte folgendes bedacht werden:
1.) Die Telefonnummer und das Impressum der Unternehmens. Hat es eine Vorwahl aus der Region, in der es vorgibt zu sein? Unternehmen mit Servicenummern oder gar nur Mobilfunknummern, sind selten in der Region beheimatet, in der sie vorgeben zu sein und versuchen irgendetwas zu verschleiern. Ebenso, wenn man auf der Website nicht sofort ein vollständiges Impressum findet, oder Angaben wie: Frachtbörse, Vermittlung, Agentur .... Hier lauert Gefahr.
2.) Steht das Unternehmen sofort ganz oben in der Suchmaschine? Dann ist es bezahlte Werbung. Das sind nie regionale Anbieter, sondern in der Regel Vermittler mit großem Werbebudget.
3.) Rühmt sich das Unternehmen damit, hunderte oder tausende Fahrzeuge, in angeblichen Netzwerken oder mit selbstständigen Fahrern zu haben? Spätestens hier sollten alle Alarmglocken angehen, hier passiert das oben beschriebene und Frachten sind schnell weg,
Folgende Angaben sollte jedes seriöse Unternehmen direkt am Telefon oder im email Kontakt machen:
- Kennzeichen des Fahrzeuges (auch hier sollte man nachfragen, wenn es mit der Region nicht matcht)
- Mobilfunknummer des Fahrers (wenn es ein eigener Fahrer ist, sollte es kein Problem sein)
- Bitte um Standortfreigabe per Whatsapp ... wer nichts zu verbergen hat, sollte das anbieten
- Selbsterklärung, keine Frachtführer oder Subunternehmer einzusetzen...
Mit diesen einfachen Fragen, lassen sich Vermittler oder schlimmer, Fake-Frachtführer schnell entlarven. Bleiben Sie mißtrauisch.
Und ja, ich erwähne es an dieser Stelle gern noch einmal: Wir sind nicht auf Frachtbörsen vertreten, wir arbeiten komplett ohne Subunternehmer, geben keine Frachtaufträge weiter und jeder unserer Kunden kennt seinen persönlichen Kurier. Ehrensache.


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